Pirate Island, Flores Pirate Island, Komodo Nationalpark
Veröffentlicht am 26. Oktober 2018 / 308

Sie ist Jahrtausende alt, steht unter Naturschutz und jetzt erstmals für ein paar wenige Touristen erreichbar: die Insel Sabolo im Komodo-Nationalpark vor der Küste Labuan Bajos lädt seit kurzem zu Tagesausflügen und Übernachtungen am Strand ein.

Das Besondere: der Tourismus ist nachhaltig und fernab der Massenströme.

Bereits am Hafen warnen die Hüter der „Piraten-Insel“: es gibt kein Internet.

„Disconnect to Reconnect“ ist das Motto.

Abgeschieden vom Gewusel des Hafenstädtchens Labuan Bajo auf der Insel Flores, die östlich von Lombok liegt, befindet sich die kleine Insel Sebolo. Obwohl die Bezeichnung „Insel“ möglicherweise übertrieben ist: eigentlich handelt es sich um eine schneeweiße Sandbank mit angehängtem Felshügel.

Besser bekannt ist der Ort inzwischen als „Pirate Island“ – benannt vom Betreiber einer Hostelkette vor Ort, die sowohl ein Boatel als auch ein Hostel am Festland, auf Bali und den Gili Inseln betreiben.

Im August 2018 eröffnete der Betreiber nun eine neue Unterkunft auf der Privatinsel Sebolo. Der Ort lädt Reisende dazu ein, sich offline und im krassen Kontrast zum nicht so weit entfernten Bali-Trubel, auf der Insel zu erholen.

Hinter dem Konzept steckt ein Franzose, der die Fläche von einem Balinesen pachtet. Auch auf der Pirateninsel bleiben die Betreiber dem Stil der bisherigen Unterkünfte treu: weiße Holzmöbel, lange Leinenvorhänge und türkise Liegestühle. Und doch unterscheidet sich die Insel von den bereits etablierten Destinationen.

Das zeigt sich bereits bei der Ankunft. Lediglich 7 Hütten sind parallel zum Strand auf der Sandbank aufgebaut – eine überschaubare Zielgruppe. Die Hütten sind zweistöckig und mehr Zelt als Haus. In jeder kommen zwei Personen unter – über Nacht befinden sich also nie mehr als 14 Reisende, plus das Hotelteam, auf der Insel.

Nachhaltigkeit auf Sebolo

Um das fragile Ökosystem des Nationalparks zu beschützen und erhalten, gelten gewisse Regeln: da wäre einmal der Wasserverbrauch. Täglich muss frisches Wasser mühsam vom Festland auf die Insel transportiert werden. Überall hängen Hinweisschilder, die dazu aufrufen, bewusst mit der Ressource umzugehen.

Auch Elektrizität ist ein knappes Gut. Nur solange die Solarzellen den Bedarf decken, gibt es Strom. An wolkigen Tagen müssen die Besucher*Innen auch mal die Pedale des eigens installierten Fahrrads treten, um den Mixer für frische Säfte zum Laufen zu bringen.

Dass auf Sabolo komplett auf Plastik verzichtet wird, ist die Lehre, die die Piraten aus den Müllproblemen in Bali und anderen Teilen Indonesiens gezogen haben.

Auch Gäste werden aufgefordert, am Strand gefundenen Müll fachgerecht zu entsorgen. Das Team vor Ort ist sehr bemüht, die Touristen auf die Problematiken der Region aufmerksam und bei der Ankunft mit den Regeln vertraut zu machen.

Was tun auf der Insel?

Tagsüber können Reisende zwischen 11 und 16 Uhr einen Tagesausflug auf das Kleinod unternehmen, aber auch hier sind die Plätze begrenzt. Die Anreise mit dem Boot dauert rund eine Stunde. Blickt man von Sabolo Richtung Küste, versperren die eindrucksvollen, typischen Gebirgsinseln von Flores den Blick aufs Festland. Trotz der kurzen Bootsfahrt fühlt man sich also sofort mitten in der Natur.

Was an Internetempfang fehlt, wird mit anderen Aktivitäten ausgeglichen. Wer nicht gerade in einer der vielen Hängematten lesen oder Musik hören will, kann sich kostenlos Schnorchel, Kayak oder Volleybälle ausleihen.

Den Sonnenaufgang lässt sich ideal von der Spitze des Inselhügels betrachten – immer ein Highlight auf Flores, wo sich sämtliche Aktivitäten um das Steigen und Sinken der Sonne drehen. Das Licht dort ist einmalig wenn die komplette Szenerie für eine halbe Stunde in blutrote Farben getaucht ist. Selbst aus der Strandhütte kann man die Sonne am frühen Morgen aufgehen sehen: man muss lediglich die Vorhänge öffnen.

Bevor sich die Stille abends komplett über die Insel senkt, gibt es die Möglichkeit, Filme auf der Leinwand am Strand zu sehen.

Alle Traveller, die auf der Suche nach Leonardo Di Caprios „The Beach“ Erfahrung sind: hier kommen sie dem Traum schon ziemlich nah. – Klara

Das nächste Korallenriff liegt gerade mal zwei Meter vom Strand entfernt und bietet eine unglaubliche Vielfalt an Korallen und bunt glitzernden, unterschiedlichsten Fischschwärmen. Mithilfe spezieller Gitter haben die Betreiber der Pirateninsel versucht, das Ökosystem anzukurbeln. Mit Erfolg, das Riff wächst und gedeiht.

Die Mitarbeiter des Hotels fangen den Fisch, der mittags und abends serviert wird, hier sogar selbst.

Was kostet der Spaß?

Der Tagestrip kostet 650.000 indonesische Rupiah*, was je nach Wechselkurs rund 38 Euro entspricht. Inkludiert ist die Bootsfahrt vom Hafen und zurück in einem modernen, komfortablen Boot, Mittagessen und sämtliches Equipment auf der Insel.

Die Nacht in der Strandhütte kostet 900.000 Rupiah pro Person*. Dafür kann man zwei Tage auf der Insel verbringen, bekommt zwei Mal Mittagessen, einmal Frühstück und einmal Abendessen sowie alle Aktivitäten und den Transport mit eingerechnet.

Serviert wird hauptsächlich westliches Essen, jedoch mit Zutaten aus der Region wie Fisch, Tempe, Tofu und lokalem Gemüse. Vegetarische Optionen sind ebenfalls erhältlich. Lediglich Alkohol und besondere Säfte müssen in der kleinen Strandbar extra bezahlt werden.

Die Erfahrung ist nicht für jeden gemacht. Geschlafen wird quasi draußen, open-air Duschen werden geteilt, es gibt keine Klimaanlage oder warmes Wasser. Aber die Pirateninsel zeigt, wie Tourismus natürliche Ressourcen nutzen, erhalten und sogar fördern kann – wenn auch nur für eine begrenzte Anzahl an Menschen.

*Stand: Preise Oktober 2018 

ZUR WEBSEITE

Features

Tagestrop

  • Tagestrip
  • Bootsfahrt von Labuan Bajo
  • Mittagessen
  • Equipment
  • Kosten: 650.000 Rupiah*

Übernachtung

  • 7 Hütten mit Meerblick (Kapazität für ca. 14 Leute)
  • 2 x Mittagessen, 1 x Frühstück, 1 x Abendessen
  • Transport + Aktivitäten inbegriffen (kostenlos Schnorchel, Kayak oder Volleybälle + Leinwand zum Filme schauen)
  • Kosten: 900.000 Rupiah*

* Stand: Oktober 2018

Text und Fotos: Klara Weidemann

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